Umfahrung des Kreisels in Maxdorf darf so nicht kommen

FahrradfahrerInnen und FußgängerInnen deutlich gefährdet

 
Die GRÜNE Kreistagsfraktion stellt sich gegen die geplante Umfahrung des Kreisels in Maxdorf in der derzeit geplanten Form. Die Umbaumaßnahmen gehen auf Kosten der Sicherheit von RadfahrerInnen und FußgängerInnen. 
 
Dazu Martin Eberle: „Für uns ist ganz klar: Wenn Neubauten von Straßen nötig sind, dann müssen diese den Straßenraum für alle betroffenen Verkehrsteilnehmer sicherer machen. Diese geplante Umbaumaßnahme macht Querungen für FußgängerInnen und RadfahrerInnen deutlich unsicherer. Die Baumaßnahme entspricht auch nicht den geltenden Standardwerken für den Bau solcher Anlagen. Wir lehnen die Umbaumaßnahme daher ab und fordern den Kreis auf, beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine Nachbesserung zu fordern. Und, falls diese nicht erfüllt wird, die Förderzusage zurückzuziehen. Einen entsprechenden Antrag haben wir im Kreistag eingebracht.
 
Nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010), dem Standardwerk für den Bau von Radwegen, sollte solch ein Bypass eigentlich gar nicht mehr gebaut werden. Wenn doch unbedingt nötig, werden Maßnahmen aufgezeigt, welche die entstehenden Gefahren abmildern können. Es wird beispielsweise empfohlen, durch einen engen Abbiegeradius die Geschwindigkeit des Kraftverkehrs möglichst stark zu reduzieren, eine farblich hervorgehobene Radverkehrsfurt auf der Fahrbahn zu markieren und durch ein gelbes Blinklicht vor querendem Radverkehr zu warnen. Doch diese Maßnahmen sind in der uns vorliegenden Planung nicht vorgesehen. Zumindest mit solchen Maßnahmen muss hier dringend nachgebessert werden.“
 
Martin Eberle ergänzt: „Wir werden auch künftig genau darauf schauen, dass die Standardwerke wie die ERA bei Umbau und Neubau eingehalten werden. Nur so machen wir den Kreis attraktiv für den Radverkehr und ermöglichen damit klimafreundliche, günstige uns sichere Mobilität für alle Menschen. Das geplante Radverkehrskonzept des Kreises muss außerdem überprüfen, inwieweit bestehende Radwege kreisweit entsprechend der ERA nachgebessert werden müssen.“
 
Kristin Ebert, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Maxdorfer Gemeinderat, macht deutlich: „Der Verkehr am Kreisverkehr fließt bereits gut. Eine solche Maßnahme wird insbesondere dann nicht gebraucht, wenn dadurch die Situation von Radfahrenden und zu Fuß gehenden verschlechtert wird. Für die Menschen in Maxdorf bedeuten die Planungen eine Verschlechterung.“

 

Hintergrund:

Der Landesbetrieb Mobilität plant gemeinsam mit dem Rhein-Pfalz-Kreis am Kreisverkehrsplatz, östlicher Ortseingang Maxdorf, L 527 / K 2 einen Bypass zu bauen. Der Kraftverkehr von Eppstein/Oggersheim kommend, könnte dann direkt von der L 527 auf die K 2 in Richtung Lambsheim fahren, ohne am Kreisverkehr abbremsen zu müssen. Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger müssten künftig mindestens drei Mal, statt bisher zwei Mal, die Fahrbahn überqueren. Der Bypass beschleunigt zusätzlich den Verkehrsfluss der KFZ gegenüber der jetzigen Situation, weswegen die Überquerungen auch noch gefährlicher werden. Aus den Planunterlagen geht hervor, dass der Bypass einen großzügigen Kurvenradius, eine vergleichsweise breite, ins Kurveninnere geneigte Fahrbahn haben soll, welche Geschwindigkeiten von 50 bis 70 km/h erlauben würde. Dies wird die sichere Querung für Radfahrende und zu Fuß gehende erheblich erschweren. Bisher ist dies durch den „abbremsenden“ Charakter des Kreisverkehrs möglich.
 
 
Unsere Anfrage vom 31. Januar 2020: 2020-01-31 Anfrage Kreisverkehr Maxdorf
Die Antwort der Kreisverwaltung vom 17. Februar 2020: 2020-02-17 Antwort Kreisverkehr Maxdorf
Unser Antrag vom 9. April 2020: 2020-04-09 Antrag Kreisverkehr Maxdorf

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