GWÖ Veranstaltung mit Christian Felber: Mehr Gemeinwohlorientierung für den Kreis

Die Grüne Kreistagsfraktion hatte am Dienstag zu einer Veranstaltung zum Thema Gemeinwohlökonomie eingeladen. Über 70 Personen folgten gespannt dem Vortrag von Christian Felber, Initiator der Bewegung, der mittlerweile über 2.000 Unternehmen und zahlreiche Gemeinden und Regionen angehören.

In seinem Vortrag ging Christian Felber zunächst darauf ein, dass die Gemeinwohlorientierung als Ziel in zahlreichen Verfassungen, so auch dem Deutschen Grundgesetz und der Rheinland-Pfälzischen Verfassung festgeschrieben sei. So lautet beispielsweise Artikel 52 der Rheinland-Pfälzischen Verfassung: „Die wirtschaftliche Freiheit des Einzelnen findet ihre Grenzen in der Rücksicht auf die Rechte des Nächsten und auf die Erfordernisse des Gemeinwohls.“. Somit müsse sich wirtschaftliches Handeln daran messen lassen, ob es dem Gemeinwohl dient oder schadet und die Lebensqualität Aller erhöht. Entgegen dieses Ziels würden aber viele Unternehmen versuchen, möglichst viel Rendite zu erwirtschaften. Dieses Ziel sei legitim und richtig. Aber oft würden Unternehmen auch Geld mit Produkten verdienen, die direkt dem Gemeinwohl schaden. Schlechte Löhne, die Verschmutzung der Umwelt und anderes gemeinwohlschädliches Handeln sei an der Tagesordnung. Die Gemeinewohlökonomie Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen könnten, wie sehr ein Unternehmen mit seinem Handeln sich am Wohl aller orientiert. Dazu haben tausende Unternehmer zusammen einen ausgeklügelten Prozess entwickelt, an dessen Ende neben der Finanzbilanz auch eine Gemeinwohlbilanz stehe.

Aber auch ganze Regionen und Gemeinden könnten sich laut Felber dem Ziel verpflichten, sich mehr am Gemeinwohl zu orientieren. So könnte beispielsweise der Rhein-Pfalz-Kreis auch vorbildhaft vorangehen und untersuchen lassen, wie sehr seine Unternehmen dem Ziel der Gemeinwohlorientierung verpflichtet sind. Auch könne der Kreis eine Initiatoren Rolle für private Unternehmen einnehmen und diesen Anreize geben, eine Gemeinwohlbilanz, neben der Finanzbilanz, zu erstellen. Denn es sei doch im Interesse der Politik, dass auch private Unternehmen mit ihren Produkten dem Wohl aller dienten. So könne eine ganze Region wirtschaftlich stark, aber immer mehr sozial und ökologisch verantwortlich handeln.

Heinz-Peter Schneider, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, gab dann auch zu bedenken, dass man als Kommunalpolitiker ja durchaus Entscheidungen über die Verwendung von Millionen von Euro jährlich treffen würde. Er würde sich wünschen, dass es messbar sei, wie sehr dieses Geld dem Gemeinwohl dient oder ob damit auch beispielsweise Produkte gekauft werden, die uns allen schaden. Eine Gemeinwohlbilanz würde dem Kreis helfen, zu erkennen, ob wir vielleicht da oder dort auf einem falschen Weg seien. „Als Grüne schlagen wir vor, dass wir uns als Kreis, wie auch unsere Partnergemeinden im Vinschgau im Tirol, auf den Weg hin zu einer Gemeinwohlregion machen. Wir wollen das als Grüne nicht allein machen und freuen uns über ein parteiübergreifendes Bündnis.“

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