Grüne für bessere Radwegeinfrastruktur und Radpendlerwege im Kreis

Landratskandidat Weinacht: Das würde Pendler entlasten

Auf ihrer Kreismitgliederversammlung haben die Grünen im Kreis Eckpunkte für eine bessere Radinfrastruktur diskutiert. Zu Gast war der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Christian von Staden. Dazu Elias Weinacht, Landratskandidat und stellvertretender Vorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion:

„Der Kreis hat enorme Möglichkeiten, den Radverkehr für den Tourismus attraktiver zu machen. Wir müssen deshalb in die Infrastruktur investieren. Wer das Thema Tourismus ernst nimmt, der baut vor allem die Infrastruktur für Fahrradfahrer im Kreis aus.

Wir können der fahrradfreundlichste Kreis in Rheinland-Pfalz werden. Wir haben dazu aufgrund unserer Topografie und bereits bestehender Angebote sehr gute Voraussetzungen. Wir haben aber auch dringenden Handlungsbedarf aufgrund des Umbaus der Hochstraße Nord. Diese Chance dürfen wir nicht durch kleinstteilige Projekte vertun, sondern müssen jetzt mit Radpendlerwegen, einer guten Beschilderung und einem Konzept im Sinne der Bürgerinnen und Bürger in die Zukunft investieren. Dies ist ein wichtiges Projekt, das ich als Landrat angehen würde. In anderen Regionen in Deutschland hat sich bereits gezeigt, dass dies alles möglich ist. Darin hat uns auch der ADFC bestätigt.

Um Stress für Pendler wegen des Umbaus der Hochstraße Nord zu vermeiden, müssen wir attraktive Alternativen zum Pendeln mit dem PKW schaffen. Neben einer Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs ist der Radverkehr ein weiterer wichtiger Baustein für eine nachhaltige Mobilität im Kreis. Ich sehe drei wichtige Punkte, die wir jetzt im Kreis angehen sollten und können, um Pendler, die das Fahrrad nutzen möchten, in Richtung Mannheim und Ludwigshafen zu entlasten:

Erfahrungen aus vielen Regionen in Deutschland und anderen Ländern zeigen, dass Radpendlerwege das beste Mittel sind, um Pendler zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen. Dazu ist es wichtig, einzelne und häufig genutzte Strecken mit einer Mindestbreite auszubauen, Kreuzungen und Hindernisse zu reduzieren und die Streckenführung Innerorts sowie Außerorts zu optimieren. Das wäre ein richtiger Fortschritt für den Kreis und würde Pendler unterstützen. Ich kann mir dabei mindestens drei Routen, jeweils eine im Norden, im Süden und in der Mitte des Kreises vorstellen.

Um weitere Hindernisse eines attraktiven Radverkehrs zu lokalisieren brauchen wir ein Radwegekonzept für den Kreis. Dieses beginnt mit einer Aufnahme des Ist-Zustands, ermittelt den Bedarf und macht Empfehlungen zu Verbesserungen an den kritischen Punkten. Dabei müssen vor allem die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, aber auch touristische Aspekte berücksichtigt werden. Dabei geht es um Routenführungen innerhalb und außerhalb der Ortschaften, die Nutzbarkeit von Wegen und die Verknüpfung mit Bahn und Bus. Schon heute sind viele Fahrradwege im Kreis nicht nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) gebaut und somit teils gefährlich für Radfahrer – das müssen wir dringend ändern.

Außerdem muss die Beschilderung im Kreis deutlich verbessert werden. Was nützen Radwege, wenn sie nicht ausreichend beschildert sind? Wir brauchen eine durchgehende und lückenlose Beschilderung Innerorts sowie Außerorts, sodass die Radwegeführung jederzeit klar erkenntlich ist. Oft endet die Beschilderung der Fahrradwege an den Ortsgrenzen. Außerorts ist sie teils in mangelhaften Zustand. Da muss der Kreis deutlich nachbessern. Vor allem dort, wo er Baulastträger der Radwege ist. Darüber hinaus muss er koordinierend Standards setzen.“

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