Angekommen im schönen Speyer – die glücklichen Fahrradabenteurer!

Angekommen im schönen Speyer – die glücklichen Fahrradabenteurer!

Über Stock und Stein – Hindernisradeln im Kreis

Die Aktion „Fahrradschnellweg“ startete in Heidelberg, Treffpunkt: Theodor-Heuss-Brücke um 9:30 Uhr. Der Fahrradweg über Ladenburg, Mannheim, Schifferstadt nach Speyer sollte erkundet werden. Zum großen Teil auf Wegen der Geschichte der menschlichen Mobilität – entstanden besonders rechtsrheinisch in unserem Nachbarland der Kurpfalz. Während Bertha Benz im Jahre 1888, die Umgebung von Ladenburg bis Pforzheim befuhr, hatte der Erfinder Karl von Drais bereits 1817, vor 200 Jahren, mit seiner Draisine eine gutbefahrbare Strecke (noch heute selten zu finden, wie wir feststellen werden) zwischen Schwetzingen, Rheinau und Mannheim gewählt, um die Revolution der wackligen Laufräder einzuleiten. Leider nicht so erfolgreich, wie die Erfindung es verdient hätte, mit einem Blick in die Zukunft. Der berühmte Rheinbegradigungstulla fand die Erfindung unwichtig, denn Pferde waren eben schneller und belastbarer. Es fehlte damals noch der Gummireifen und der Pedalantriebfür das Fahrrad, die mussten noch erfunden werden. Später übernahm der kulturelle Geist des Brennstoffmotors die Führung in der menschlichen Fortbewegung. Auf der Erde und auch in der Luft und das nicht ohne Emissionen. Sich ohne körperliche Anstrengung fortzubewegen, ist ein alter Traum des Menschen, der auch heute noch geträumt wird.

Franziska, Jutta, Raik, Elias, Armin, Bina und viele Freund*innen haben nichts gegen körperliche Bewegung, besonders dann nicht, wenn sie auch noch Spaß macht. Ich auch nicht, ich gesellte mich zu den frischluftverliebten Pedaldemonstranten auf dem Berliner Platz in Ludwigshafen. An die 50 Fahrradfahrer fanden sich gegen 13:00 Uhr zusammen und machten sich auf den Weg in die Stadt Speyer.

Angekommen auf dem Berliner Platz in Ludwigshafen warten die Badener Freund*innen. Die Frankenthaler fehlen noch.

Angekommen auf dem Berliner Platz in Ludwigshafen warten die Badener Freund*innen. Die Frankenthaler fehlen noch.

Trampelpfade und Feldwege sind der Anfang aller Verkehrsverbindungen. Einen festen Untergrund braucht man für höhere Geschwindigkeiten und Gegenverkehr– das gilt auch für Fahrräder! Wir waren neugierig, welchen Zustand die Wege bis nach Speyer haben würden.

Schwungvoll durch LU gesaust – auf der Höhe von Abbvie durch eine Unterführung auf die andere Seite der Bahnstrecke gelangend – waren wir schnell hinaus aus der Stadt und mussten recht bald bremsen, weil eine Wegsperre die Weiterfahrt behinderte. Über ein Loch in der Fahrbahn kletternd, gelangte man an das Ende der Baustelle. Dort hatte man schon vor einiger Zeit die Fertigstellung unterbrochen, wussten einige Teilnehmer*innen zu berichten. Keine Hindernisse haben uns lange aufgehalten. Die Bahnstrecke stellt den kürzesten Weg nach Schifferstadt dar und um sie herum würden wir uns bewegen.

Die Dauerbaustelle bei Mundenheim

Die Dauerbaustelle bei Mundenheim

Es gab einige Begegnungen mit Technik und Fabriken auf freiem Feld, links der Charme der Moderne in der Vorderpfalz – rechts wuchsen die Nahrungsmittel und wir dazwischen.

Unsere Fahrradschlange in Rheingönheim vor und nach Vögele

Unsere Fahrradschlange in Rheingönheim vor und nach Vögele

Am Rheingönheimer Bahnhof stieß Bernhard zu uns – die Kohorte wuchs weiter! Kurz vor Schifferstadt nahe dem Bahnweiher stürzte eine TN sehr unglücklich mit dem Fahrrad. Die engen Wege waren durch uns stark befahren und nicht leicht von solchen, unseren „Fahrrad-massen“ gefahrlos zu bewältigen. Sie verletzte sich am Kopf und die Wunde blutete stark. „Mit Fahrradhelm wäre das sicher nicht passiert, denke ich im Stillen und werde mir bald auch einen Helm zulegen.“ Unsere beiden Ärzte Armin und Martin halfen bis der Krankenwagen kam. Es war weniger schlimm, als es aussah, sie konnte ambulant in der Klinik behandelt werden. Wir waren derweil schon in Schifferstadt am Ortsschild angekommen. Wir warteten bis die Nachricht vom Schwanz der Kohorte ankam, dann ging es flugs weiter. Ein Zwischenhalt vor dem frisch instandgesetzten Bahnhof forderte einige Fotografen heraus, auch hier ein Gruppenfoto zu machen.

14:00 Uhr in Schifferstadt am Bahnhof

14:00 Uhr in Schifferstadt am Bahnhof

Viel bemerkenswerter war jedoch, dass die Fahrradschlange noch weiter wuchs. Ulla, Almut, Brigitte und Klaus aus Schifferstadt, Limburgerhof und Dannstadt wollten uns unterstützen bis in die Zielgerade nach Speyer. Kurz verschnaufen und dann zusammen losfahren, war unser Plan.

In der Burgstraße gab es keine Fußgänger. Die kleine Stadt schien leer.

In der Burgstraße gab es keine Fußgänger. Die kleine Stadt schien leer.

In Schifferstadt begegneten wir in der Stadt nur wenigen Passanten – jedoch im Kreisel vor der Schifferstadter Str. hupte ein Golf und schimpfte cholerisch, er fühlte sich von uns behindert. Im irrigen Glauben, uns verjagen zu können, riskierte er einen Unfall, indem er dicht und gefährlich auffuhr. Der TN vom ADFC half, diesen Disput gegen einen „Schwerbewaffneten“ zu klären, indem er ihn über seine Rechte und Pflichten aufklärte. Die Fahrt ging dann weiter, denn uns konnte nichts stoppen. Auch nicht der alternative fossile Kraftverkehr.

Schweres Gerät im Gegenverkehr auf der Schifferstadter Str.

Schweres Gerät im Gegenverkehr auf der Schifferstadter Str.

Der besser befestigte, aber immer noch sehr schmale Fahrweg zwang uns in eine längere Schlange, denn uns kamen auch Fahrräder entgegen. Bernhard und Freunde aus Baden waren jedoch bester Laune, wie alle traten sie noch einmal kräftig in die Pedale.

Das Ende der langen Fahrradschlange

Das Ende der langen Fahrradschlange

Die letzten Kilometer waren die Schwersten, aber die Wegstrecke war dagegen recht komfortabel.

Auch der Autor muss sich anstrengen, die letzten 6 Kilometer zu meisterrn.

Auch der Autor muss sich anstrengen, die letzten 6 Kilometer zu meisterrn.

In Speyer vor dem Altpörtel erwartete uns ein begeisterter Empfang in der am Samstag stark bevölkerten Domstadt. Die Speyrer Grünen servierten Erfrischungen mit Brezeln. Tabea kam zu spät – nicht schlimm! Die Sonne schien heftig und wir feierten uns selbst. Ein herrlicher Tag!

Angekommen im schönen Speyer – die glücklichen Fahrradabenteurer!

Angekommen im schönen Speyer – die glücklichen Fahrradabenteurer!

Die Fahrt war ein kleines Abenteuer, welches uns gezeigt hat, dass es kein Vergnügen ist mit dem Fahrrad über die Schifferstadter Strecke täglich in Richtung LU zur Arbeit zu pendeln, weil die Wege zu verworren, zu eng und teilweise schlecht beschaffen sind. Und trotzdem versuchen es schon einige, wird erzählt oder sind das nur Gerüchte!

Wir träumen von einem baldigen Radschnellweg, der Speyer über Schifferstadt mit Heidelberg verbindet, der den Pendelverkehr fördert und dem Tourismus dient, weg vom Autoverkehr, der in unserer Region immer arger wird.

Auf der rechtrheinischen Seite ist der Radschnellweg schon lange geplant und soll auch realisiert werden. Und bei uns in der Vorderpfalz?

Es lebe das Fahrrad!

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